Freitag, 24. Februar 2012

Schenke dem Augenblick doch auch eine Minute




Der Auslöser ... der Recordbutton zwei Mal mit zeitlichem Abstand ... sie werden gedrückt, bevor die Lichtzeichnung ihr Ende auf der Speicherkarte findet. Vielleicht schafft es Herr .jpg und Frau .mov noch auf einen Rechner, wo sie zwar nicht verstauben, aber als scheinbar seelenloosen Nullen und Einsen auf der Festplatte hin und her rotieren.

Es scheint mir an der Zeit, den herzlosen digitalen Bilddateien wieder Leben einzuhauchen, indem wir ihnen die Beachtung schenken, welche sie verdienen. Ein Bild alleine schafft es nicht, einen Moment in seinem vollen Umfang, mag er noch so wunderschön oder schrecklich sein, für die Ewigkeit zu archivieren.
Wir müssen uns auf Bilder einlassen. Zu dem Bild sollen sich weitere Bilder, Gerüche, Töne ... alle vorhandenen Assoziationen aus userem Gedächtnis gesellen um uns den Moment so nahe zu Bringen, dass aus dem Bild ein Film oder aus dem Film eine ganze Vorführung entsteht, welche wir als Zuschauer aus sicherer Entfernung verfolgen können ... oder müssen. Denn die Zuschauerrolle ist uns gegeben, auch wenn wir den Moment noch so gerne ändern wollen.

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